Autor: Edward Snowden
Titel:" Permanent Record"
Hardcover, Fischer Verlag, 428 Seiten, 22 €
Klappentext:
Edward Snowden riskierte alles, um das geheime System der weltweiten Massenüberwachung durch die US-Regierung aufzudecken. Zum ersten Mal erzählt er seine Geschichte selbst: Wie er eine Entscheidung trifft, die sein ganzes Leben für immer verändert. Und das Risiko eingeht, seine Familie, sein Heimatland und die Frau, die er liebt, nie mehr wiederzusehen.
Bewertung: 5/5 Sternen
So hat's mir gefallen:
Ich muss gestehen, dass ich mit gemischten Gefühlen an dieses Buch herangegangen bin. Ich wollte es unbedingt lesen, weil es allen so gut gefiel und weil ich einfach neugierig war.
Allerdings hatte ich mich bisher nie so wirklich mit dem Thema beschäftigt. Ja, natürlich bekommt man dies und das in den Medien mit und ja, natürlich ist die Überwachungsaufdeckung ein Skandal und etwas ganz furchtbares, aber, ganz ehrlich, das fühlte sich für mich persönlich sehr weit weg und für mein tägliches reales Leben relativ unbedeutend an. Das mag naiv und blauäugig sein oder auch nur von mangelndem Interesse am aktuellen Zeitgeschehen zeugen, aber so war es nun einmal!
Immerhin hatte ich nun das Bedürfnis mein Nichtwissen zu ändern! Aber ich hatte Zweifel, ob mich dieses Buch auch unterhalten würde. Ich habe überhaupt keine Ahnung von Technik und verfüge auch nur über rudimentäres Anwenderwissen, was Internetnutzung und PC-Arbeit im Allgemeinen betrifft, von Programmierarbeiten ganz zu schwegen, die inneren Strukturen der US-Regierung und der CIA haben mich außerhalb von Thrillern und Netflix-Serien auch noch nie allzu brennend interessiert und ich bin so gar kein Biographien-Leser (bis auf einige wenige Ausnahmen).
All meine Sorgen waren unbegründet. Es ist nicht zu technisch. Es fiel mir schwer, manchen Erläuterungen zu folgen, aber das ist für die Leseerfahrung unbedeutend. Selbst wenn ich nicht alles greifen kann, habe ich eine Vorstellung davon bekommen, wie manche Dinge funktionieren. Das Buch ist kurzweilig geschrieben. Edward Snowden erzählt einfach seine Geschichte, ganz ohne Effekthascherei oder selbstdarstellerische Züge. Eher im Gegenteil. Edward Snowden erklärt uns, warum er getan hat, was er getan hat und wie er dazu kam. Er empfindet sich nicht als Held. Ich - ebenso wie Millionen andere nach dem Lesen dieses Buches - tue das sehr wohl. DAS ist wahrer Patriotismus, und wenn das weite Teile des ach so patriotischen Land of the Free nicht so sehen, läuft bei denen gehörig was falsch.
Ich ziehe meinen Hut vor diesem außergewöhnlich mutigen Mann! Ich habe eine Menge gelernt, vor allem meinen eigenen Umgang mit diesem Thema zu hinterfragen und die Ausmaße dieser ganzen Geschichte zu verstehen.
Was den Lesefluss angeht, gab es für mich ein paar gefühlte Längen, die mich aber insgesamt nicht gestört haben. Das hier ist keine Fiktion, das hier ist echt und so darf es sich auch lesen. Vor allem zum Ende hin konnte ich dann aber sogar kaum fassen, dass ich KEINEN Science Fiction Thriller mit distopischem Einschlag lese, sondern eine wahre Geschichte. Es wurde atemlos spannend und ich hatte an so mancher Stelle sogar einen unerwarteten Kloß der Rührung im Hals.
Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt und ich kann eine absolute Leseempfehlung aussprechen. Es ist ein ungemein wichtiges Werk, das gar nicht genug weltweite Aufmerksamkeit bekommen kann.

Kommentare
Kommentar veröffentlichen